Die Falken fliegen das Tal auf und ab und rufen mir unablässig ihre Neuigkeiten zu. Scharf weisen sie die aufgeregten Dohlen in die Schranken. Gebrochen liegen sich die Erlen und Weiden am träge dahinfließenden Fluss in den Armen. Unbeirrt wird weiter Auto gefahren, während im Radio zu hören ist, dass der mächtigste Mann der Welt droht, ein riesiges Gasfeld in die Luft sprengen zu lassen. Verwaist kauern die alten Apfelbäume neben dem Gleisbett, ermüdet vom Kampf gegen den Efeu. Auf dem Bahnsteig des Dorfes warten wir, zwei Handvoll Menschen, auf den verspäteten Zug. Ich bin die einzige Person, deren Lunge keine Rauchwolken ausstößt. Worin besteht Hoffnung? In den prallen, weißen Knospen der Schlehensträucher? Haben sie die Kraft, mich aufzumuntern? Manchmal verschlägt es mir die Sprache und innen bin ich leer. Das unaufhörliche Kribbeln meines Körpers macht es mir leichter, ganz Stoff zu werden, Vibration ohne Output, einer Pflanze gleich, die sich in ihre Zwiebel zurückzieht vor der Zeit. Schon droht meine Lunge die gute Luft wieder von sich zu weisen, die Bronchien krampfen und feiern des Nachts hustend Feste. Der linke Fuß will sich schon nicht mehr auf die Erde stellen. Über die trockenen Augen legen sich die Augenlider scheuernd ab. Meine Ohren verschließen sich vor den Reden der Welt. Nur der Klang der aneinanderschlagenden Kirchturmglocken darf mich besänftigen. Er bringt mich wieder in Verbindung mit Wind, Erde, Falke und Fluss.
Ein Junge im Zug fährt sich mit den langen, hellen Fingern durch das rötliche Haar, weil er wenig später in der Schule einen Text lesen muss, der eine Welt beschreibt, die ihm nichts bedeutet.

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