Freitag, 7. November 2014

Beschwörungen

Immer wieder nehme ich Holunderholz zur Hand. Seine organischen Astansätze inspirieren mich, sie stehen für Wachstum und Fortgang, ich hebe sie hervor und beschreibe die sie umgebenden Flächen mit Beschwörungen: Hoffnung, Liebe, Wolken...

 





Donnerstag, 6. November 2014

Himmel/Engel



 Gestern Vormittag wie versöhnt durch die Stadt, wahrscheinlich, weil ich den „ fallen“ Film per Mail verbreitet hatte und voll Hoffnung war, er würde verstanden werden.
Ich war und bin so von dieser Arbeit überzeugt!
Abends auf Arte den Film „Himmel über Berlin“ gesehen.



Bin so nachhaltig beglückt von diesem Film!
Ich hatte ihn gar nicht mit meiner Lage in Verbindung gebracht, hatte nur rudimentäre Erinnerungen an den Film, den ich 1987 im Kino gesehen hatte, nur, dass er mich schon damals berührt hatte und „irgendwie gut“ war.
Nun tauchte ich ein in die Welt der Engel, die die Gedanken der Menschen hören und ihnen beistehen. Seit Anbeginn der Zeit sammeln sie in kleinen Büchern Geschichten von Menschen. Besonders viele sind in Bibliotheken, den Räumen des Wissens – dort blicken sie den Menschen über die Schultern und geben ihnen Kraft für ihre Aufgaben, für ihr Leben. Nur für Kinder sind sie sichtbar.









Dann gibt es Einige, die Sehnsucht nach einem wirklichen Leben haben und den Schritt in das Lebendig sein gehen und dafür auf ihre Unsterblichkeit verzichten.





Ich muss an Ivana denken, die schrieb: Gli angeli esistono  -  Engel gibt es.

Mittwoch, 5. November 2014

Film veröffentlicht



Mein neues Video mit dem Titel "fallen" ist online - ich freue mich über das Feedback!
Es würde das Fallen und Gehaltenwerden auf eine allgemein nachfühlbare und nachvollziehbare Art und Weise  darstellen. "Schönheit und Schrecken" war schon das Thema meines Stipendiums an der Akademie der Bildenden Künste im Jahr 2000 und heute erst sagte Blixa Bargeld, Kopf der "Einstürzenden Neubauten", im Radio: "You have to show bad things beautiful..."...



Samstag, 1. November 2014

Trost


Es gibt viele verschiedene Arten von Trost - für mich ist es zum Beispiel eine Karte aus Hamburg mit der Frontabbildung einer Druckarbeit einer guten Freundin und Studienkollegin, die in einem kleinen Päckchen auch das Buch über Wolkengedichte mitschickte:



Man kann einen Espresso trinken und darin lesen, gleichzeitig den Duft der Rosen genießen und sich nach dieser Pause wieder an den Bildschirm setzen, über zweitausend Wolkenfotografien von oben am Berg in das Filmprogramm einladen und, während der Himmel und die Tage der Trauer an einem vorbeifliegen, einen Text zum Film verfassen und nachts, wenn kein Auto auf der Straße vorbeifährt und die Leute im Haus schlafen, eine innige Tonaufnahme für den neuen Film einsprechen.
Danke!


Freitag, 31. Oktober 2014

Linsen


Der Blick durch die Linse des Objektives ermöglicht manchmal einen wohltuenden Abstand zu den Gegenständen oder Geschehnissen.
Innerhalb von drei Tagen ist ein Film mit dem Titel "fallen" entstanden, jetzt bin ich wieder auf der Suche nach Darstellung - was erwächst aus dem Unterbewußtsein, wenn ich einfach beginne mit dem ersten Foto? Was wird zu sehen sein?





Vielleicht beginnt es dieses Mal mit mir...

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Collagen

Auf der Suche nach Sounds für meinen neuen Film bin ich auf Fotos meiner "alten" Collagen gestoßen: "Die Frau und der Tod" ist sicher schon drei Jahre alt. Das Bild der Frau habe ich schon öfter verarbeitet, so zum Beispiel in einem Wandobjekt. Es ist nicht ganz eindeutig, ob sie ruft, oder schreit oder weint oder vielleicht auch nur tief einatmet in einem Schneesturm, der droht, ihr den Atem zu nehmen.



Ihr Gegenüber, der Schädel, ist ganz ruhig, schwebt leicht über dem Boden und ist der Frau zugewandt, die wie mit ihrem Berg verzahnt scheint.




Hier öffnet sich eine Flucht von Räumen in eine ferne Bläue. Der Pirol als einzig farbiges Wesen in einer schwarz-weißen Landschaft wendet sich dem Tor aus Gold zu.Ich glaube, er sieht darüber hinweg. Es sieht nicht so aus, als ob er losfliegen wird, vielleicht wartet er auch auf das, was ihm aus den Räumen entgegenkommt...


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Rückblick



19  September

Fuchsspuren im Sand
Wo wohnst du, Strandfuchs? Wie weit geht dein Revier? Was haben die Menschen zurückgelassen, was dir schmecken könnte? Wirst du gut über den Winter kommen?

Das Klacken eines Fotoapparats erzählt mir von einem Bild, auf dem später die Windflüchter zu sehen sein werden, nicht deine Spuren, Fuchs, nicht ich, die Mutter, mit den Augen den Himmel nach einem Falken absuchend, ein Zeichen ihres Sohnes, unterhalb der Wolkendecke, sanft.





Auch deine Spuren, Fuchs, erzählen von meinem Kind: er ist in der Kraft deiner Gliedmaßen, im Glanz deines Fells, in der Geschmeidigkeit deiner Bewegung. Deine Ohren hören mich, seine Mutter, sie ruft am Strand: Sohn!

Noch liegst du, Fuchs, im Schutz deines Baus. Erinnerst du dich? Im letzten Jahr gingst du abends ans Meer und suchtest die Ufer ab nach Essbarem. Da stand die Frau an der Linie zwischen Wasser und Strand, voll Freude über den gefundenen versteinerten Seeigel, diesen feingezeichneten Gruß aus der Vergangenheit. Sie wusste noch nichts von der Zukunft, von der Reise in die Berge zu ihrem toten Sohn. Du sahst sie und es kümmerte dich nicht, du gingst weiter deiner Wege, ganz nah -  so fern war sie noch der kommenden Botschaft und so voll Liebe.